Ursachen der Wortentlehnungen


In der Erforschung der deutschen Sprachgeschichte ist der Entlehnung von Wörtern und Wortinhalten aus anderen Sprachen immer eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden, weil die Entstehung und Entwicklung einer europäischen Kultursprache zum großen Teil auf zwischensprachlichen Beziehungen beruht. In der Deutschen Wortgeschichte von Fr. Maurer und Fr. Stroh finden sich für jede Epoche Abschnitte über Lehnbeziehungen, von den ältesten römischen Lehnwörtern bis zum angloamerikanischen Einfluß unserer Zeit. In der Sprachpflege und Sprachkritik haben diese Fremdspracheinflüsse ebenfalls eine große Rolle gespielt. Aber da sprach man nicht von 'Lehnwörtern', sondern von 'Fremdwörtern', obwohl man weithin dasselbe meinte. Eine Klärung dieser terminologischen Verwirrung ist in Deutschland bis heute nicht möglich gewesen, weil in einem Land, in dem jahrhundertelang in der Sprachpflege der Kampf gegen fremdsprachliche Einflüsse im Vordergrund gestanden hat und mit Gesinnungsbildung verknüpft war, der politische Affekt die sachliche Diskussion behindert hat. Seit über 30 Jahren ist in Deutschland die 'Sprachreinigung' kein öffentliches 'Anliegen' mehr. Die gelegentlichen späteren sehr zurückhaltenden und vorsichtig abwägenden Meinungsäußerungen haben keine grundsätzliche Klärung gebracht. Ohne die Frage nach den Ursachen dieser Stille nach dem Sturm ist aber die methodologische Besinnung nicht möglich, die die Sprachpflege ebenso wie die Sprachwissenschaft heute nötig hat. Der sprachwissenschaftlichen Erörterung der Fremdwort/Lehnwortfrage soll daher ein historischer Überblick vorangestellt werden, der mit der gebotenen Offenheit die Entwicklung des öffentlichen Kampfes gegen Fremdwörter, besonders in seiner letzten Phase, in Erinnerung rufen soll.
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