Purismus


Die von ihren Gegnern 'Purismus' genannte Sprachreinigungsbewegung hat sich in Deutschland - wie in anderen Ländern - immer im Zusammenhang mit einer politischen Aktivierung des Nationalgefühls zu Höhepunkten gesteigert: nach dem Dreißigjährigen Krieg, nach dem Niedergang der Napoleonischen Herrschaft, nach der Reichsgründung von 1871 und beim Ausbruch des l. Weltkrieges. In Deutschland wurde dieser Kampf gegen den fremdsprachlichen Einfluss besonders heftig geführt, da die sprachsoziologische Entwicklung des Deutschen vom Mittelalter her bis ins 18. Jahrhundert von der kulturellen Vorherrschaft des Lateins und des Französischen belastet war. Im 19. Jahrhundert kam in Deutschland zur nationalen Motivierung der Sprachreinigung noch ein kleinbürgerlich-demokratisches Unbehagen am akademischen Fremdwortstil hinzu, in dem man Bildungsprivilegien vermutete. Der 1885 gegründete Allgemeine Deutsche Sprachverein begann seine Arbeit in diesem zweifachen Sinne mit der Fremdwortverdeutschung. Er hat in der Zeit um die Jahrhundertwende viel praktische Arbeit geleistet und beachtliche Erfolge gehabt in der Verdeutschung vieler 'Fremdwörter' im Sachwortschatz des öffentlichen Lebens.


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